Der Computerhersteller Quanta beklagte im August sinkende Umsätze mit Notebooks und sieht dafür besonders das neue Geschäft mit den Netbooks verantwortlich. Offenbar greifen Kunden immer lieber zu den kleinen Geräten, die zum Bruchteil des Geldes immer noch ausreichend Leistung bieten, um wichtige Aufgaben wie Internet oder Office zu erledigen. Ist das das Ende von leistungsstarken Mainstream-Computern?
Konkrete legte nach Angaben der
Digitimes der Gesamtabsatz von Notebooks inklusive Netbooks bei Quanta von 2,9 auf 3,1 Millionen Stück zu. Gleichzeitig sank aber der Umsatz um fast ein Fünftel. Der Hersteller produziert für zahlreiche Unternehmen wie Sony, Acer oder Lenovo, die alle aktiv am Markt mit Mini-Notebooks angreifen. Deutlich teurere Full-Size-Notebooks fallen hingegen zurück und können mit dem Wachstum nicht Schritt halten.
Interessant ist in dem Zusammenhang die Kannibalisierung der eigenen Produkte. So dürften nicht nur die Hersteller sondern auch die Marken diesen Umstand in Bälde zu spüren bekommen. Während Unternehmen wie Acer oder ASUS sich gegenseitig mit Rekord-Absatzzahlen im Netbook-Markt überbieten wollen, darf man gespannt sein, wie sich mit den Stückzahlen die Gewinne der Unternehmen entwickeln.
Die Komponenten der Netbooks sind häufig vergleichsweise alt und technologisch mehrere Generationen hinter aktueller Desktop-Hardware zurück. Dadurch sinken sowohl die Kosten für Bauteile, aber gleichzeitig auch die Margen für die Produkte, weil Kunden nicht bereit sind, hohe Preise zu zahlen. Wer hier nicht schnell genug eine kritische Masse am Markt erreicht, könnte es später schwer haben, auf dem Netbook-Markt noch profitabel Fuß zu fassen.
Kaum kritisch dürfte es hingegen im Highend-Bereich zugehen. Dort setzt die Käuferschicht einen anderen Fokus und gönnt sich wohl eher ein kleines Zweit-Notebook, als vollständig auf den Kauf eines Performance-Systems zu verzichten. Auch auf dem Desktop darf man gespannt sein, wie weit Nettops die Low-Cost-Systeme verdrängen. Hier dürfte wohl die geringe Größe der PC-Systeme das wesentliche Entscheidungskriterium darstellen.
[rl]