Gerüchte um eine
Übernahme von Qimonda durch Micron verhärten sich. Nachdem entsprechende Übernahmen-Spekulationen zum defizitären Halbleiter-Hersteller bereits Anfang September aufgetaucht sind, erläutert Analyst Doug Freedman von
American Technology Research die möglichen Gründe für den Vorgang. Er sieht am Ende der Neuordnung des Speicher-Geschäfts laut
Digitimes nur noch zwei große Überlebende: Micron und Samsung.
Für die Übernahme von Qimonda sprächen besonders die logistischen Faktoren, die Micron einen größeren geografischen Vorteil einbrächten als Konkurrenten wie Hynix oder Nanya. Hinzu käme, dass man von den taiwanischen Fabriken des Joint-Venture zwischen Qimonda und Inotera profitieren könnte und dadurch die eigenen Kapazitäten wesentlich vergrößern würde. Gleichzeitig könnte man sich eigene Investitionen sparen. Freedman rechnet hier mit Kosten von rund 500 Millionen US-Dollar, während er die Übernahme von Qimonda mit 350 Millionen US-Dollar Kaufpreis und 100 Millionen US-Dollar Umbaukosten kalkuliert.
Laut
EETimes sei der Deal zwischen Infineon und Micron bereits in trockenen Tüchern. So wolle Infineon den Anteil an Qimonda noch bis Februar 2009 "auf deutlich unter 50 Prozent" reduzieren und stehe unter Zeitdruck, um die Verluste der Tochter aus den Bilanzen zu bekommen. Je früher der Verkauf stattfinde, desto billiger sei es für Infineon.
Durch dieses Geschäft könne sich Micron letztendlich als einer der führenden Speicherhersteller weltweit positionieren. Man hätte dann wesentliche Kontrolle über die gesamte Kette im Speichergeschäft mit Fertigungsstandorten in den USA, Europa und Asien und sei mit Konkurrent Samsung gleichauf. Von dieser Warte könne man schließlich auch vom Wachstum zukünftiger Technologien wie etwa Solid-State-Disks profitieren, wo sich Samsung möglicherweise mit einer
Übernahme von SanDisk stärkt.
Ob allerdings tatsächlich nur Samsung und Micron als größte Hersteller am Markt bleiben, ist fraglich. So besteht bisher noch reichlich Konkurrenz mit Nanya oder Hynix. Dass sich die Zahl der Anbieter auf dem
Schlachtfeld allerdings weiterhin deutlich reduzieren wird, ist überaus wahrscheinlich.
[rl]