Dass GPGPU-Software durchaus über das Potential verfügt rechenintensive Algorithmen aufgrund der enormen Rechen-Power von Grafikchips ordentlich zu beschleunigen, ist spätestens seit CUDA weit bekannt. Dass natürlich nicht alles Gold ist, was glänzt und sich eben bei weitem nicht jeder Algorithmus so gut parallelisieren lässt wie es vom ein oder anderen GPGPU-Verfechter vermarktet wird, das steht natürlich auf einem anderen Blatt. Nichtsdestrotz gibt es genügend Fälle bei denen sich die Portierung der Rechenaufgaben auf die GPU auch für den normalsterblichen PC-Nutzer als nützlich erweisen würden. Allerdings krankte es bisweilen schlichtweg an ausreichend Software - ein Punkt an dem Adobe mit seiner neuen Creative Suite in Version 4.0 nun angesetzt hat.
Der Wohl bekannteste Vertreter aus der Creative Suite von Adobe dürfte wohl zweifelsohne das Bildbearbeitungsprogramm Photshop sein. Mit der neuen Version von Photoshop wurde das Drehen von Bildern sowie eine stufenlose Zoomfunktion auf die GPU ausgelagert. Ersteres ermöglicht nun erstmals ein Drehen von Bildern in Echtzeit. Zwar sind diese zwei Features sicherlich noch nicht der erhoffte Durchbruch, aber sicherlich ein Anfang GPGPU für den Endanwender schmackhaft zu machen. Zudem profitieren auch Adobe After Effects CS4 und Adobe Premiere Pro CS4 bei einigen Effekten von der Beschleunigung über die Grafikkarte.
Bezüglich der Anforderungen an der Grafik-Hardware gibt es diesbezüglich noch ein weiteres interessantes Detail zu vermelden. Zwar ist es eine Kooperation von NVIDIA und Adobe, die die neuen GPGPU-Features vermarkten - wobei NVIDIA dem neuen Adobe-Produkt-Sortiment sogar eine extra Seite auf der eigenen Homepage spendierte -, aber trotzdem erfolgte die Umsetzung der Features nicht über NVIDIAs CUDA-API. Adobe setzte als Programmierschnittstelle auf OpenGl womit die GPGPU-Features herstellerunabhängig verfügbar sind. Voraussetzung ist lediglich eine Grafikkarte mit Unterstützung von mindestens dem Shader Model 3.0 und OpenGl 2.0. "NVIDIA-only" ist ledliglich eine Plugin-Schnittstelle für CUDA-Programme, über welche Third-Party-Software realisierbar ist, jedoch keine offiziellen Features.