AMD verkauft seine Prozessor-Fabriken aktuellen Informationen zufolge an die arabische Investmentgesellschaft Advanced Technology Investment (ATIC). Das Unternehmen aus Abi Dhabi stockt für 300 Millionen US-Dollar seinen Anteil an AMD von 8,1 auf 19,3 Prozent auf und finanziert mit insgesamt 5,7 Milliarden US-Dollar die nächsten fünf Jahre des Joint-Ventures.
Wie Reuters
berichtet, zahlt ATIC zunächst 2,1 Milliarden US-Dollar, von denen 700 Millionen Dollar direkt an AMD fließen. Das übrige Geld geht in das gemeinsame Joint-Venture, das zunächst unter dem Namen Foundry Corporation betrieben werden soll und an dem ATIC einen Anteil von 55 Prozent hält. Diesem Joint-Venture werden die Werke von AMD übertragen, zu denen auch die Fabriken in Dresden zählen, in denen AMD seit rund zehn Jahren Prozessoren herstellt. In Zukunft sollen dann auch Aufträge von fremden Unternehmen ausgeführt werden, was sowohl die Auslastung verbessert und die Kosten veringert.
Foundry will zudem mit entsprechender Zustimmung des Bundesstaates die geplante Fabrik in New York bauen und die Technik in den Dresdner Werken auf den aktuellsten Stand bringen. In den nächsten fünf Jahren zahlt ATIC zudem weitere 3,6 bis 6 Milliarden US-Dollar an das Joint-Venture, in dem insgesmt 3000 Mitarbeiter beschäftigt sein werden. Auch die Partnerschaft mit IBM soll weiterhin fortgeführt werden.
Damit haben die Spekulationen um die Asset Smart Strategie von AMD wohl endlich ein Ende. Seit langer Zeit gab es Gerüchte um eine Ausgliederung der Fabriken, die AMD besonders in wirtschaftsschwachen Zeiten viel Geld im Unterhalt kosten. Mit der Unterstützung aus Abi Dhabi scheint AMD nun gerüstet, auch in Zukunft gegen die Übermacht Intel zu bestehen. Gleichzeitig kann man sich verstärkt auf das Kerngeschäft mit der Entwicklung von Prozessoren und Chipsätzen konzentrieren, während Foundry die Produktionsaufgaben übernimmt.
[rl]